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Fehrnsehturm mit Projektion zum Einsteinjahr

 

Was ist Kommunikation?
Der Hafen von Rotterdam, der Marktplatz von Marrakesch, die Dorfkirche, die Stammkneipe.

Herzlich Willkommen.
Weil über nichts soviel geredet wird wie über Kommunikation und trotzdem kaum jemand weiß, was damit im professionellen Sinn gemeint ist, möchte ich ein paar persönliche Definitionen an den Anfang stellen.

Mit Kommunikation ist der Austausch zwischen Menschen in der Öffentlichkeit gemeint, der seine Karriere auf Marktplätzen, an Häfen, Höfen und in Theaterhäusern begonnen hat. Die Zahl der öffentlichen Treffpunkte ist bis ins Internet gewachsen um Fußballarenen und Fernsehformate. Mit jedem „Platz“ steigen die Möglichkeiten, sich mitzuteilen, für Verabredungen, Vereinbarungen, Verlautbarungen, für  Streit, Stress, Störung. Die gute Kenntnis aller Plätze ist deshalb Teil der Profession. Sie ist nicht auf „die Medien“ beschränkt, sondern auf „den öffentlichen Raum“.

Erst seit 1850 durften Anzeigen in allen Tageszeitungen geschaltet werden mit dem zunächst einzigen Ziel, den Absatz von Produkten zu fördern. Heute sprechen wir von integrierter Kommunikation, weil ihre Bedeutung auch für andere Ziele entdeckt wurde. Kommunikation kann gezielt zur Verständigung eingesetzt werden oder zum Verstehen. Deshalb ist Kommunikation nicht gleich Werbung oder PR und integrierte Kommunikation eine Selbstverständlichkeit.

Kommunikation scheitert. Weil Strukturen zu schwach sind oder falsch. Weil Themen nicht relevant sind. Weil keine Verständigung erzielt wird oder sich Interessen kreuzen. Weil neues noch nicht verstanden wird und altes nicht mehr. Weil Bündnisse geschlossen werden oder aufgelöst. In diesen Fällen kann gut durchdachte, gezielte Kommunikation die Lösung bringen. Sie hat alle Möglichkeiten, die der öffentliche Raum bereithält, wenn es auch häufig so erscheint als würden immer wieder nur Infomobile, Postwurfsendungen und Kundenkarten „erfunden“. Oder „In schicken Konzernrepräsentanzen… die immergleichen Schlüsselsätze im Cocktailshaker der Allgemeinplätze immer wieder neu komponiert… von talentierten Meinungsmurksern aus Mitte…“  (Tom Schimmeck, Mitbegründer der taz, 17.9.05: „Arschlochalarm“.)

Kommunikation hat aber auch klare Grenzen. Sie kann beispielsweise aus schlechten Produkten keine guten machen. Sie kann keine Gesetze ersetzen und sie sollte unbedingt ethische Grenzen einhalten.

  Stephanie Schmidt